ENTWICKLUNGSKINESIOLOGIE

nach Peter Hanke (Uniklinikum Köln). e-technikDie Entwicklungskinesiologische Therapie (E-Therapie) für Haltung und Bewegung ist eine ganzheitliche Behandlungsmethode mit dem Ziel, ökonomische Bewegungen zu bahnen, um schmerzreduzierend und bewegungserweiternd zu wirken.
Die E-Therapie benutzt dabei natürliche Bewegungsmuster, um Beeinträchtigungen, wie eine Skoliose, eine Gelenkblockade, eine Muskelinsuffizienz oder auch Bandscheibenprobleme zu behandeln.

Je nach Befund können schon einige wenige Behandlungen eine anhaltende Entlastung erreichen. Durch wiederholte Anwendung zuhause, kann dies eine nachhaltige und konstante Verbesserung des Wohlbefindens herbeiführen.
Akute Fälle werden meist 1x pro Woche und chronische Fälle 1-2x im Monat erfolgreich therapiert. Damit ist diese Therapie nicht nur sehr effizient und zeitsparend, sie ist auch im weiteren Verlauf therapieunabhängig wirksam.
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Was heißt Entwicklungskinesiologie? Übersetzt: Entwicklung der Bewegung

Jeder Mensch beginnt in den ersten 18 Monaten seines Lebens, Haltung und Bewegung zu üben und dabei ins Bewegungsprogramm zu integrieren.

Jedes Kind bewegt sich dabei nach gleichen Bewegungsmustern. Sie sind im SOLLZUSTAND des Gehirns festgelegt und das KIND greift bei seiner Entwicklung darauf zurück.

Bewegungsmuster Kriechen Bewegungsmuster drehen

Während der 18 Monate geht das Kind aus der anfänglich gebeugten Haltung, immer mehr in die Streckung über, bis es den ersten WICHTIGEN BAUSTEIN – den STÜTZ - erreicht hat. Danach folgen weitere bedeutsame Schritte, bis das Stehen und das Gehen erreicht sind.

Die Entwicklung der kindlichen Bewegung ist die Grundlage für spätere Gesundheit.

Wie wirkt die E-Therapie?

Jede Behandlung beginnt immer mit einem eingehenden Sicht - und Funktionsbefund. Abweichungen in der Entwicklung werden dabei genau festgestellt. Dabei entscheidet sich, welches grundlegende Bewegungsmuster zum Einsatz kommt und zwar individuell an der JETZT Situation orientiert.
Nun wird in einer schmerzfreien und entspannten Lagerung (im Muster) therapiert. Die Therapeutin gibt nun bestimmte Aktionsverstärker (AV), zum Beispiel in Form einer leichten Querdehnung an einen Muskel oder in Form eines Stützimpulses an ein Gelenk. Aktionsverstärker
Die AV`s bewirken über Muskeln, Gelenke und Hautrezeptoren einen neuen Impuls an das Gehirn. Dort findet dann ein Abgleich zwischen ISTZUSTAND und SOLLZUSTAND statt.
Der Körper beginnt nun mit der Regulation der Fehlfunktionen und im Anschluss daran mit der NEUBAHNUNG, ohne das eine körperliche Anstrengung nötig ist.

Jede erneute Lagerung vertieft nun die Neuorientierung im Gehirn. Was geübt wird, automatisiert sich. Dadurch wird der nachhaltige Erfolg gesichert.

Wie entstehen Schmerz und Einschränkung?

Die üblichen Diagnosen und Therapien scheinen hierauf selten eine Antwort zu kennen und begnügen sich häufig mit einer Symptombehandlung. Wenn es dann keine zufriedenstellenden Erfolge gibt, hören Patienten oft Sätze, wie diesen: „...damit müssen Sie wohl leben!"

Aus Sicht der Entwicklungskinesiologie müssen Sie das nicht!
Vielmehr zeigt sich die Ursache vieler Erkrankungen, in einer Fehlsteuerung der oben beschriebenen Entwicklung, die schon früh begonnen hat und heute verändert werden kann.

Die genauen Hintergründe lassen sich in einer ersten Anamnese und Behandlung klären.
Der Körper zeigt der Therapeutin dabei sehr genau, wo die Stärken und Schwächen ihres Patienten liegen und welche Strukturen in der Therapie Unterstützung benötigen, um wieder physiologisch zu funktionieren.
Physiologisch bedeutet hierbei beweglich, ohne Einschränkung, und schmerzfrei.

Ursachenklärung am Beispiel – Skoliose:

SkolioseRoentgenbild_rueckenIm frühkindlichen Kriechmuster beginnt das Kind zunächst auf die Unterarme und später auf die Hände zu stützen. Dabei trainiert es die Muskeln beidseits der Wirbelsäule, die Mm. Rhomboidei. ES STÜTZT und bekommt eine FREIE KOPFBEWEGUNG – Voraussetzung für eine dynamische Muskelaktivität.

Hat es dabei für eine Seite eine Vorliebe, wird die weiche Wirbelsäule vermehrt zu dieser Seite gezogen. Ein Bogen entsteht, wie das Röntgenbild deutlich zeigt. Um den Körper im Lot zu halten muss er einen Ausgleich schaffen und legt in Hals- und Lendenwirbelsäule weitere Bögen an. Damit ist eine S-förmige Skoliose entstanden.

Ursache einer Skoliose ist demnach das muskuläre Ungleichgewicht im Rücken und die dabei entstandene Bahnung im Gehirn.

Therapeutischer Ansatz der E-Therapie bei einer Skoliose:

Im entspannt gelagerten Kriechmuster wird das muskuläre Ungleichgewicht behandelt, indem die vernachlässigte Seite im Gehirn „gesehen“ werden kann. Wir erreichen diese PRÄSENZ im Gehirn durch die neu gebahnte Wahrnehmung.

Wie entstehen Bandscheibenprobleme aus Sicht der E-Therapie?

Bandscheibenmodell Die Fehlstellung der Lendenwirbelsäule (wie bei einer Skoliose oder Flachrücken) bewirkt zunächst eine Änderung in der Statik und in den Druckverhältnissen der Wirbelsäule. Die Bewegung der Wirbelsäule ist eingeschränkt. Sie kann ihren dynamischen Notwendigkeiten nicht mehr folgen. Es kommt zu einer Fehlbelastung der kleinen Wirbelgelenke, der Bänder und Bandscheiben.
Bandscheibengrafik Die Bandscheibe verlagert sich immer mehr seitlich, bis es nach Jahren zu einer anhaltenden Verschiebung kommt, die später häufig zu einem Bandscheibenvorfall führt. Eine einfache Testung innerhalb der ersten Anamnese zeigt, ob eine Fehlfunktion der Wirbelsäule vorhanden ist.

Therapeutischer Ansatz der E-Therapie:

Die schmerzhaften und einschränkenden Symptome werden zunächst im Drehmuster entlastet und im Anschluss im Kriechmuster funktionell behandelt. Eine deutliche Entlastung zeigt sich oft schon nach der ersten Behandlung.

Rückenprobleme werden durch E-Therapie ursächlich und nachhaltig behandelt.